Walter Klingenbeck wuchs in München in einem katholischen Elternhaus auf. Die Schikanen, denen der katholische Jugend­verband ausgesetzt war, führten früh zu einer regimekritischen Haltung. Gemeinsam mit dem Vater hörte er Radio Vatikan. Als sein Vater aufhörte, verbotene „Feindsender“ zu hören, machte er alleine weiter.
In seiner Lehrzeit zum Schaltmechaniker lernte er drei Jugendli­che kennen, die mit ihm die technische Leidenschaft für das Radio und die Abneigung gegen das Nazi-Regime teilten. Angeregt durch eine BBC-Sendung zogen sie im Spätsommer 1941 mit Eimern schwarzer Farbe los und malten in einer spektakulären Aktion ein großes „V“, das Zeichen für „victory“, auf circa 40 Wände, Hydranten und Verkehrszeichen in Bogen­hausen und vor die SS-Kaserne in Freimann.
In ihrer Technikbegeisterung planten die 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen den Bau eines ferngesteuerten Modellflugzeugs zum Abwurf ihrer Flugblätter und die Einrichtung eines eigenen Schwarzsenders. Mit einem Kurz- und Mittelwellensender sendeten sie als ersten kleinen Versuch französische Schlager­musik und oppositionelle Texte.
Wegen seiner Bemerkung, er habe sich getraut, das V-Zeichen vor der SS-Kaserne aufzumalen und am nächsten Morgen beim Abwaschen zuzuschauen, wurde er denunziert. Die Gestapo verhaftete ihn am 26. Januar 1942 und nahm kurz danach auch seine Freunde fest.
Das Urteil wegen „Hochverrat“ lautete auf Todesstrafe.
Als Initiator der Gruppe wurde nur Walter Klingenbecks Begnadigungsgesuch abgelehnt, die drei anderen wurden zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Am 5. August 1943 wurde Walter Klingenbeck in der Strafanstalt Stadelheim auf dem Schafott hingerichtet.

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