Max und Sylvia Klar waren Pazifisten. Max Klar, Leiter einer Kli­nik für Orthopädie und Chirurgie, war einige Jahre Vorsitzender der Münchner „Deutschen Friedensgesellschaft“ und Funktionär im „Verein zur Abwehr des Antisemitismus“. Beide Vereine wur­den von den Nazis zerschlagen und Max Klar im März 1933 auf unbekannte Zeit im Gefängnis Stadelheim inhaftiert.
Das jüdische Ehepaar Klar war mit dem SPD-Politiker Wilhelm Hoegner befreundet und stand sowohl dem sozialdemokrati­schen Widerstand als auch der Widerstandsgruppe Neu Begin­nen nahe. Im Juli 1933 versteckte Sylvia Klar den von der Bayerischen Politischen Polizei gesuchten Hoegner einige Tage in ihrer Wohnung in der Jutastraße und in ihrem Jagdhaus bei Ingolstadt. Am 11. Juli 1933 fuhr sie ihn mit dem Auto ihres Man­nes in die Nähe von Mittenwald, von wo Hoegner die Flucht über die Berge nach Tirol gelang.
In der „Reichskristallnacht“ am 9. November 1938 verschleppten die Nazis Max Klar als „Schutzhäftling“ ins KZ Dachau. 20 Tage später kam der schwer Zuckerkranke dort unter unbekannten Umständen ums Leben. Bei der Beerdigung legte sie ihm ein schwarz-rot-goldenes Bändchen unter den Kopf, die Farben der Weimarer Republik.
Obwohl Sylvia Klar sich ihrer eigenen Gefährdung bewusst war, ließ sie über den Britischen Konsul emigrierten Juden deren zu­rückgelassene und dringend benötigte Wertsachen zukommen. Im Dezember 1939 verhaftete die Gestapo Klar wegen „Verge­hens gegen das Heimtückegesetz“ und des „fortgesetzten Devi­senvergehens“.
Im Januar 1940 kam sie als „politischer Häftling“ ins Frauen­ Konzentrationslager Ravensbrück.
Am 9. Juni 1942 wurde sie in den Gaskammern der Tötungsanstalt Bernburg ermordet.

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