Ludwig Koch wuchs in einer Münchner Arbeiterfamilie in Neuhausen auf und lernte als Schlosser bei der Deutschen Reichsbahn. Bereits als Jugendlicher organisierte er sich in der Eisenbahnergewerkschaft, der ,,Freien Turnerschaft Gern“ und bei den ,,Naturfreunden“. Seine politische Heimat fand Koch im ,,lnternationalen Sozialistischen Kampfbund“ (ISK), einer kleinen reichsweiten Organisation, entstanden Mitte der 1920er Jahre als Abspaltung der SPD.
1933 wurde der ISK von den Nazis verboten. Trotzdem nahm Koch an illegalen Schulungen teil und arbeitete ab 1934 aktiv in der Münchner Gruppe mit. Der ISK machte vor allem mit Flug­blattaktionen auf die arbeiterfeindliche Politik der Nazis und die wachsende Kriegsgefahr aufmerksam. Flugblatter wurden teils mit der Post verschickt, vor Arbeitsbeginn auf Gehwegen aus­gelegt oder in schwarze Wachstuchtäschchen verpackt, die wie verlorene Geldborsen aussahen. Großes Aufsehen erregte das Aufmalen antifaschistischer Symbole wie ,,Haken-Kreuze am Galgen“ auf Münchner Plätzen und Straßen .
Nach der Verhaftung des Leiters der Münchner Gruppe 1937 übernahm Ludwig Koch dessen Funktion. Am 25. Juli 1938 wurde auch er festgenommen und am 17. April 1939 wegen ,,Vorbereitung zum Hochverrat durch Herstellung eines organi­sierten Zusammenhangs und Beeinflussung der Massen durch Herstellung und Verbreitung von Schriften“ vom Volksgericht in München zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt.
Die Strafe verbüßte er in Amberg, Zweibrücken und Bayreuth, wo ihn am 15. April 1945 amerikanische Soldaten befreiten.
Nach Kriegsende arbeitete Koch am Wiederaufbau der Gewerk­schaften mit und war von 1953 bis 1973 Kreisvorsitzender des DGB München.

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