1924 wurde die zuvor katholische Martina Erdt eine Bibelfor­scherin. Nach ihrer Heirat 1933 beteiligte sie sich mit ihrem Mann an Bibelkreisen der nun verbotenen Zeugen Jehovas.
1936 reiste Martina illegal zu einem Kongress nach Luzern, bei dem ein Flugblatt verabschiedet wurde, mit dem gegen die Ver­folgung der Glaubensgemeinschaft protestiert wurde. Am 12.12. beteiligten sich Martina und Richard Partsch an dessen reichs­weiter Verbreitung und wurden fünf Tage darauf verhaftet.
Nach kurzer Haft im Polizeigefängnis München sahen sie sich nie wieder. Während das Polizeipräsidium Richard wegen seiner NS-feindlichen Gesinnung in die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing­Haar einwies, kam Martina in das Strafgefängnis Stadelheim und wurde am 4.5.1937 zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Am 1. 7. deportierten die Nazis sie in das KZ Moringen, 1938 und 1939 folgten die Konzentrationslager Lichtenburg und Ravensbrück. Ihre Ablehnung, Krieg unterstützend für Soldaten zu nähen, wurde dort mit 14 Tagen Dunkelarrest geahndet.
Im Winter 1939/40 musste sie tagelang im Freien stehen. Danach sperrten die SS-Aufseherinnen sie drei Monate bei strengster Kälte in eine ungeheizte Arrestzelle.
Nach achteinhalb Jahren Haft, davon siebeneinhalb im KZ, musste sie 1945 mit anderen Häftlingen 86 Kilometer zu Fuß von Ravensbrück nach Berlin gehen. Gesundheitlich schwer angeschlagen erhielt sie in München die Nachricht vom Tod ihres Mannes, der 1943 in der „Heilanstalt“ durch gezielte Vernachlässigung ermordet worden war.
Ihr Antrag auf Hinterbliebenenrente wurde abgelehnt.

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