Der in Hallein bei Salzburg geborene Karl Schörghofer lernte Steinmetz und wurde 1923 von der jüdischen Gemeinde München als Verwalter des Neuen Friedhofs eingestellt. Dort baute er eine Baumschule und eine Gärtnerei auf. Schörghofer, verheiratet und Vater von vier Kindern, war Katholik, eignete sich aber bald Kenntnisse der jüdischen Religion an.
Während des NS-Regimes war die Familie Schörghofer zuneh­mend Anfeindungen ausgesetzt. Gärtner und Leichenfahrer ver­weigerten die Arbeit auf dem Friedhof. Die Gestapo überwachte die Familie und durchsuchte das Haus. Trotzdem vereitelte Schörghofer das Vorhaben der Nazis, Grabsteine und Skulptu­ren des Friedhofs für den Straßenbau abzutransportieren, und versteckte sie. Später versteckte er auch Kultusgegenstände, die ihm Juden vor der Emigration anvertrauten.
Als 1944 die Lage der Juden immer verzweifelter wurde, richteten Schörghofers im Keller des Friedhofsgebäudes ein Versteck ein und brachten nach und nach sieben jüdische Menschen dort unter. Die in Miesbach lebende Tochter Martha nahm ein 12jähriges Mädchen bei sich auf.
Um Lebensmittel für die Familie und die Versteckten zu be­schaffen, schlachtete Schörghofer illegal und tauschte einen Teil davon heimlich gegen andere notwendige Lebensmittel.
Ende Februar 1945 wurde das Versteck verraten, jedoch konn­ten fast alle Juden entkommen. Schörghofer und sein Sohn Karl wurden verhaftet. Nach der Zahlung einer Strafe von 800 RM und der Drohung mit dem KZ Dachau im Wiederholungsfall wurden sie entlassen. Doch schon zwei Tage später versteckten sie zwei der Geflohenen wieder auf dem Friedhof.
Die Familie rettete acht Menschen das Leben.
Seit 1967 wird die Familie Schörghofer in der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel geehrt.

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