Aufgewachsen in einer kinderreichen Münchner Arbeiterfamilie, erlernte er das Schmiedehandwerk und arbeitete in verschiede­nen Münchner Betrieben. 1930 wurde er arbeitslos, konnte aber ab Januar 1934 wieder eine Anstellung als Hilfsarbeiter finden. Bereits als Jugendlicher hatte er sich in der Gewerkschaft und in der sozialistischen Arbeiterjugend Neuhausen organisiert, wo er auch als Jugendleiter tätig war. 1928 trat er der SPD, Ende 1931 der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands
(SAP) bei, einer linken Abspaltung der SPD. Ziel der SAP war die Schaffung einer breiten Einheitsfront der Arbeiterbewegung gegen den immer stärker werdenden Faschismus.
Seit der Machtübernahme der Nazis gehörte Reisinger zur ille­galen Münchner Leitung der SAP. Er leistete Widerstand unter anderem durch Organisierung und Weitergabe illegaler Schriften wie der „Sozialistischen Aktion“ sowie durch Sammeln von Spenden zur Unterstützung inhaftierter Genossen und deren Familien. Ziel war nicht nur die Aufrechterhaltung der Organisation, sondern auch die Verbreiterung der antifaschisti­schen Arbeit durch die Bildung von Kleingruppen.
Vermutlich durch den Gestapospitzel Max Troll, der in führender Funktion in der illegalen Münchner KPD tätig war und wohl über hundert Personen verraten hat, wurde die Gruppe entdeckt.
Im Mai 1937 wurde Reisinger verhaftet und am 12. April 1938 wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Trotz „Wehrunwürdig­keit“ wurde er 1943 zum Kriegsdienst eingezogen.
Nach Kriegsende und Befreiung engagierte sich Reisinger
in der KPD und war viele Jahre Betriebsrat im Reichsbahn­Ausbesserungswerk Neuaubing.

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