Josefa Mack wuchs als Tochter eines Zimmermanns in dem kleinen Dorf Möckenlohe bei Eichstätt auf. Schon früh fühlte sie sich zur Kirche und zum klösterlichen Leben hingezogen und so trat sie 1940 als Kandidatin bei den Armen Schulschwestern ins Münchner Angerkloster ein. 1942 wurde sie als Helferin für das Kinderheim in die Filiale Sankt Klara nach Freising geschickt.
Mitte Mai 1944 erhielt sie von der Oberin den Auftrag, Gemüse­und Blumenpflanzen aus der Lagergärtnerei des KZ Dachau, der sogenannten Plantage, zu holen. Der Anblick Hunderter kahlgeschorener Männer in gestreiften Hosen und Jacken,
die sie mit bleichen Gesichtern anstarrten, als wäre sie ein Wesen aus einer anderen Welt, war ein Schock für sie.
Der junge inhaftierte Priester, der ihr die Pflanzen übergab, bat sie leise, wiederzukommen und Hostien und Messwein mitzu­bringen. In der darauffolgenden Woche erfuhr sie von der Not und dem Hunger der Polen und Russen im Lager, nach und nach auch von den unglaublichen Demütigungen, Schikanen und Quälereien durch die SS-Bewacher.
Jede Woche fuhr sie von da an ins Konzentrationslager, an­fangs mit dem Zug bis Dachau und dann zu Fuß, später nahm sie ab Oberscheißheim ein Fahrrad. Sie brachte Lebensmittel ins Lager und beförderte zunehmend auch Briefe. Zu ihrem Schutz – auf diese illegale Botentätigkeit stand die Todesstrafe – nannte man sie „Mädi“.
Trotz der auch körperlich anstrengenden Fahrt mit dem über­ladenen Fahrrad behielt Josefa Mack bis zur Befreiung des
KZ Dachau am 29. April 1945 ihre wöchentlichen Fahrten bei.
1946 legte sie ihr Ordensgelübde ab und lebte als Schwester Maria lmma bis zu ihrem Tod 2006 im Angerkloster in München.

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